Südwestfalenaward: Armutszeugnis für Webseiten

Jahr für Jahr nehme ich mit verschiedenen Kundenwebseiten am Südwestfalenaward der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) teil. Und Jahr für Jahr ärgere ich mich wieder über die Inkompetenz und Ignoranz der Jury.
Das mag nach beleidigtem Verlierer klingen ist aber anders gemeint. Mir wäre es egal, wenn Webseiten gewännen, die sich an allgemeingültigen Maßstäben messen lassen könnten. Aber unter den ersten zehn Plätzen dieses so genannten Awards finden sich regelmäßig Webseiten, die sich an null Standards halten, die haarsträubende und offensichtliche Fehler beinhalten und deren Programmierer scheinbar noch nie von der Existenz der Worte Crossbrowserkompatibilität oder Barrierefreiheit gehört haben. Und das Design ... naja, über Geschmack lässt sich streiten, aber da muss Stevie Wonder in der Jury gesessen haben ... Das Ganze ist eine absolute Witzveranstaltung.
Dass ausgerechnet eine Industrie- und Handelskammer, die Tag für Tag mit ihren Mitgliedern Qualitätsmanagmentsysteme und DIN-Normen diskutiert, so fahrlässig mit den offiziellen W3C-Standards umgeht, will mir nicht in den Kopf.
Wieso mich das so nervt? Weil das was eine IHK sagt für viele Menschen eine durchaus gewichtige Meinung darstellt. Und in diesem Fall lautet die Meinung überspitzt dargestellt: Lass ruhig deinen Neffen die Webseite machen, wird schon klappen. Das ist nicht nur für seriöse Webdesigner eine Gefahr, sondern langfristig auch für die Kunden der SIHK eine Sackgasse.
Darüber hinaus scheint bei dem Verein auch noch nie jemand auf die Idee gekommen zu sein, sich die eigene Seite mal mit einem Firefox Browser anzusehen (s. Screenshot)













