Nachwuchsnamen und ihre Folgen
Aus eigener Erfahrung weiß ich: Die Suche nach einem Namen für den Nachwuchs erfordert Geduld und viel Recherche sowie den Mut zum zeitweiligen Familien-Zerwürfnis und den Schneid, alles auf dem Weg zum Anmeldetermin beim Standesamt noch über den Haufen zu werfen. Wer diese Eigenschaften nicht mitbringt, nennt die Kinder Kevin, Torben oder Silvio bzw. Mandy, Kimberley oder Jacqueline. Ja, ich weiß, Kindernamen-Bashing ist ein total durchgenudeltes Comedy-Thema, das nur Schwachköpfe wie Mario Barth plattwalzen, aber ich muss da gerade mal was loswerden.
Zurück zu Jacqueline: Gerade die meisten französischen Mädchennamen sind in Deutschland eigentlich nur sinnvoll, wenn man für seine Tochter eine Karriere im Untenrum-Gewerbe plant. Eine solche sowie Spott vom Kindergarten bis zum Hauptschulabschluss haben scheinbar die Eltern der kleinen Chantal vorgesehen. Denn sie gaben dem unschuldigen Ding nicht nur einen grausamen Vornamen, sondern krönten das Ganze auch noch mit ihrem Familiennamen: Schafstall. Ich schwöre, ich las es in der Geburtsanzeige. Chantal Schafstall. Ich glaube für so etwas wurde einmal das UNICEF gegründet, aber was soll man tun. Sofern die Erziehungsberechtigten die Brut nicht rechtzeitig in einer norditalienischen Pizzeria "vergessen", ist die Umwelt machtlos.
Aber auch wer ein bißchen mehr nachdenkt als Mama und Papa Schafstall, zieht bei der Namenssuche nicht immer die richtigen Schlüsse. Zum Beispiel die Eltern eines kleinen Jungen, von dem mir jetzt eine Bekannte erzählte: Er wurde Üffes genannt. Keine Ahnung warum niemand nachfragte, warum niemand Haare raufte oder Ämter informierte. Freunde oder Verwandte müssen etwas gemerkt haben, aber nein, sie akzeptierten es, und so wurde der kleine Üffes drei und kam in den Kindergarten. Die schlaue Erzieherin bat die Mutter, den Namen doch lieber zu buchstabieren. Das tat sie: "Y-V-E-S. Üffes."













