Peinigende Verpackungen (Teil I) - Ein Plädoyer wider den Nutella-Deckel

Ich kenne Menschen, die das erstmalige Öffnen eines frischen Nutella-Glases geradezu zelebrieren, es sich ans Ohr halten, zärtlich den Deckel drehen und beim Ertönen des typischen Knisterns in würdelose Verzückung geraten.
Sicher, die braune Schmiere hat auch für mich geschmacklich durchaus ihren Reiz, doch der Weg zum ersten Verzehr ist stets von äußert peinigender Natur. Denn unter dem weißen Kunststoff-Verschluss wartet die Rache von Ferrero. Und es grenzt schon an mutwillige Provokation, dass meine Umwelt dem nervigen Goldpapierfetzen freudige Sympathie, ja geradezu kultische Verehrung zuteil werden lässt.
Was bitte ist an einer Verpackung kultig, die sich ohne spezialles Werkzeug oder ungepflegte Fingernägel überhaupt nicht und auch mit diesen Hilfsmitteln nur stümperhaft öffnen lässt? Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich meinen Sonntagmorgen damit verbracht habe, Goldpapier-Schnipsel aus der Schokopampe zu klauben. Ist es das Prinzip "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen", das hier zum Tragen kommt?
Menschen erfinden unsinnigste Dinge wie Eierschalensollbruchstellenverursacher, Klo-Duftsteine oder Windows Vista. Aber wann kommt endlich Nutella aus der Tube?













