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Dritte Einweg-CD kommt in Kürze

Einweg live

Es ist zwar wieder etwas ruhig geworden um unsere kleine Band "Einweg", aber eingeschlafen sind wir trotzdem noch lange nicht. Acht Songs haben wir in den vergangenen Monaten aufgenommen und werden diese hoffentlich Anfang des kommenden Jahres veröffentlichen. Zurzeit sind wir mit dem Mix der Stücke beschäftigt.

Zwischenzeitlich haben wir auch mal wieder live gespielt und zwar im Rattenloch Schwerte anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Kunterbunt e.V. Die zwei Abende wurden auch komplett mitgeschnitten und werden in Bälde auszugsweise als CD und DVD veröffentlicht.

Die Einweg-Beiträge von der DVD findet ihr schon bei Youtube. Der Song Frühling stammt von der noch unbetitelten neuen Platte und der Song 1001 Leute wurde bisher nicht veröffentlicht, gehört aber seit Langem zum Live-Programm.

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Konzert-Review: Anathema & Anneke van Giersbergen live in der Matrix Bochum

Anneke van Giersbergen live in Bochum

Draußen kämpft die Sonne an diesem Samstag noch mit schwindender Kraft um die letzten Stunden des Spätsommers. Drinnen - im Keller der Matrix - ist dieser Kampf schon längst verloren, denn am Abend hält dort der Herbst Einzug, in seiner musikalisch schönsten Form: Anathema stehen sechs Jahren nach ihrem letzten Besuch wieder auf der Bühne des Bochumer Clubs.

Bevor die Briten zu ihrer fast zweieinhalbstündigen Reise durch das Anathema-Universum aufbrechen, darf ein Mann vor das Bochumer Publikum treten, den die wenigsten kennen, der aber vielen an diesem Abend im Gedächtnis bleiben wird: Petter Carlsen. Der Singer/Songwriter ist von den mehr als positiven Reaktionen der rund 700 Zuschauer so überwältigt, dass er sich erstmal eine Träne verdrücken muss, und auch seine weibliche Begleitstimme Anneke von Giersbergen klatscht respektvoll Beifall für die traurige "Alles-wird-gut"-Mucke des Mannes aus Nordnordwegen. Nachdem Carlsen sich verabschiedet hat, darf Anneke - auch bekannt als frühere Stimme der niederländischen Band The Gathering - alleine das Mikro übernehmen. Mit Songs ihrer Solo-Band Aqua de Annique, der U2-Nummer "All I Want Is You" und dem Gathering-Song "My Electricity" hat die sympathische Frau mit der noch sympathischeren Stimme den Laden aber schnell im Griff.

Anathema live in der Matrix 2010Dann Anathema: Sänger und Gitarrist Vincent Cavanagh, seine Brüder Danny (Lead) und Jamie (Bass) sowie Drummer John Douglas und Les Smith am Keyboard starten mit dem Opener ihres neuen Albums "We're Here Because We're Here" und haben tatsächlch die Eier, nach "Thin Air" noch drei weitere Songs des neuen Albums nachzulegen. Das Publikum nimmt es dem Quintett keineswegs übel, sondern kennt die neue Scheibe scheinbar schon in- und auswendig. Die von Porcupine-Tree-Oberfrickler Steven Wilson produzierten Songs sorgen auch live für amtliche Atmosphäre, lassen aber ziemlich deutlich durchblicken, wer da an den Reglern gesessen hat.

Nachdem das neue Album ausgiebig gewürdigt wurde, kündigt Vincent an, dass man sich jetzt sukzessive durch die Diskographie nach unten arbeiten werde, wenn niemand was dagegen habe und legt mit "Closer", "Balance" und "A Natural Disaster" den letzten offizielle Longplayer aus dem Jahr 2003 auf. Und so geht es weiter: "A fine day to exit", "Judgement" und "Alternative 4" werden ausgiebig ausgeschlachtet und mit Material der neuen Platte gemischt - dann ist allerdings Schluss, denn erstens steht die Band schon seit knapp 150 Minuten auf der Bühne und zweitens sind wir inzwischen im Jahr 1997 angekommen, und davor war die Band eher für heftigere Töne bekannt, was das Konzept des Abends wohl etwas gesprengt hätte. Ein feiner Start in den Herbst.

Dieses Review wurde übrigens für GetAddicted verfasst. Dort gibt es auch noch weitere Fotos von dem Konzert.

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Konzert-Review: Morcheeba im Gloria Köln

Morcheeba in Köln 20.07.2010

Morcheeba sind wirklich nur dann Morcheeba, wenn Shirley Klarisse Yonavive Edwards genannt Skye ihre Zauberstimme über die getragenen Trip-Hop-Klänge haucht. Das haben nach zwei Alben ohne ihr Aushängeschild auch Paul und Ross Godfrey erkannt und den Originalzustand Anfang des Jahres wieder hergestellt. Die Fans dankten es dem live zum Sextett aufgestockten Trio mit einem rappzapp ausverkauften Konzert im Kölner Gloria-Theater.

Dass es keins der lauwarmen Best-Of-Reunion-Konzerte werden würde, die immer mal wieder über zahlungswillige Fans hereinbrechen, zeigt sich schon an der Songauswahl des Abends. Mit "Moog Island" packen die Londoner gleich zu Beginn den hypnotischen Auftaktsong ihres Debüt-Albums "Who Can You Trust" aus. Die 15 Jahre alte Nummer hat nichts von ihrer Magie verloren, ist aber auch nicht gerade eine Einladung zum Partymachen, sondern eher ein Dankeschön an die Fans der ersten Stunde, und von denen gibt es an dem Abend in Köln mehr als das Gloria fasst. Vor der Tür warten "Suche-Karten"-Schilderhalter vergeblich auf Erlösung.

Drinnen geht es derweil mit "Friction" vom Zweitwerk "Big Calm" weiter. Das Reggae-Feeling passt bestens zum heißen Wetter in der Domstadt und Skye freut sich angesicht der Temperaturen über den Ventilator am Bühnenrand, der ihr knallrotes Federkleid zum Wehen bringt und ... "well it's not blowing in my face.", wie die 36-Jährige augenzwinkernd ergänzt. Nach zwei weiteren Stücken aus dem vier Alben umfassenden Fundus der gemeinsamen Ära bis 2004 gibt es dann endlich auch den ersten Song vom neuen Album. "Even Though" ist die Single-Auskopplung vom "Blood Like Lemonade" betitelten Werk und wird gefeiert wie ein alter Bekannter.

"The Sea" führt Band und Publikum dann mit einer feinen Mitmachaktion wieder zurück in die Vergangenheit des "Big Calm"-Albums, aber schnell gibt es mit "Crimson" und dem Titelsong auch weitere Stücke vom gelungenen Reunion-Werk. Wenig überraschend, dass die beiden Skye-losen Alben bei der Setlist des Abends komplett ausgespart werden. Dafür bietet die gemeinsame Vergangenheit einfach zu viele gute Songs, die mit der Dynamik einer Live-Band auch noch einmal ganz anders ihre Wirkung entfalten und die Schublade "Pop" des öfteren zugunsten von härteren Gefilden verlassen. Besonders zeigt das neben "Blindfold" auch der neue Song "Beat Of The Drum", bei dem Ross Godfrey an der Gitarre den Verzerrer schon mal etwas kräftiger einschaltet.

Songs vom Top-Seller-Album "Fragments Of Freedom" finden erstaunlicherweise erst im Zugabenteil Platz, dafür aber gleich im Doppelpack. Nach "Be yourself" folgt das lang erwartete und ausgiebig gefeierte "Rome Wasn't Built In A Day".

Wer den kuscheligen Abend in Köln verpasst hat, der sollte die Augen offen halten, denn weitere Tourdaten stehen scheinbar kurz vor der Bestätigung. Darüber hinaus hat der WDR-Rockpalast den Abend im Gloria aufgezeichnet. Das Ganze wird am 30. August ab 1 Uhr morgens gesendet. Einen kleinen Ausschnitt vom Konzert findet ihr schon auf der Rockpalast-Webseite.

Dieses Review wurde übrigens für GetAddicted verfasst. Dort gibt es auch noch weitere Fotos von dem Konzert.

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Konzert-Review: Life Of Agony in der Matrix Bochum

Life Of Agony in der Matrix Bochum

Vor zwanzig Jahren formierte sich in New York eine Band, die sich mit ihrem Crossover aus NYHC und Alternative-Rock schnell einen Namen machte, den sie vor allem ihrem ersten Album "River Runs Red" zu verdanken hat. Zum Geburstag schenkten Life Of Agony sich und ihren Fans eine Konzertreise, bei der das komplette Debüt noch einmal im Mittelpunkt stehen sollte. Für drei Konzerte kam die Band jetzt auch nach Europa.

Einziger Deutschland-Termin des restlos ausverkauften Europa-Kurztrips ist am Ostersonntag die Matrix in Bochum. Warum ausgerechnet der schlauchförmige Matrixkeller mit seinem traditionell eher abenteuerlichen Sound - hinten Matsch, vorne laut - das Ziel der Tourplaner war, wird vermutlich ein ewiges Geheimnis bleiben. Nichts desto trotz ist der rund 1.000 Leute fassende Laden gerammelt voll wie selten, als die vier Herren nach dem ermüdenenden Vorprogramm von Panic Cell und Hyperglow endlich die Bühne betreten.

Da es sich bei "River Runs Red" um ein Konzeptalbum handelt, das die letzten Tage im Leben eines Selbstmörders beschreibt, stand die Setliste des Abends natürlich schon vorher fest, dennoch ist die traurig-wütende Energie, mit der der erste Song "This Time" durch die Matrix-Röhre brät, faszinierend. An Intensität und Power hat die Platte seit ihrem Erscheinen Anfang der 90er nichts eingebüßt. Garant dafür ist natürlich vor allem der kleine Mann mit der großen Herz-Schmerz-Stimme. Keith Caputo sieht mit seine langen Haaren und dem wallenden Hemd aus wie eine kleine Ausgabe des jungen Ozzy und hat sich auch ein wenig vom wirren Gestus des großen Meisters abgeschaut.

Kenner wissen: Den zweiten Song des Albums - "Underground" - beginnt Keith alleine. "If you don't walk with me ..." weiter kommt er nicht, da knallt ihm ein Bierbecher vors Mikro, der mal wieder beweist, dass neben Taschenprüfungen am Einlass auch IQ-Tests nicht schlecht wären. Das würd' die Reihen zwar lichten, aber zumindest blieben einem solch grenzdebile Leistungen erspart. Der Song findet trotzdem eine würdige Fortsetzung und nach dem im Gewölbe verhallenden Einspieler "Monday" brechen bei "River runs red" alle Dämme. Der Titelsong ist einer der großen Hits der Platte und löst mittelschwere Verwüstungen in den ersten Reihen aus.

Daran ändert sich auch beim anschließenden "Trough And Through" nichts. Nur: Auf einmal ist Herr Caputo veschwunden und taucht für den Rest des Abends auch nicht mehr auf. Der Gesang ist zu hören, die Band rockt munter weiter, steht aber definitiv nur noch zu dritt auf der Bühne. Hat der gute Keith vielleicht einen Ausflug ins Publikum gemacht? Ist er mit Funkmikro hinter der Bühne verschwunden um weiteren Becherwürfen zu entgehen oder ist er - wie es ein paar holländische Fans später entrüstet vermuten - einfach "stoned or drunk or what the fuck ever, I want my money back" . In der Tat lag kurzfristig die Vermutung in der Luft, er habe sich einfach durch eine Stimme vom Band ersetzen lassen. Später stellte sich raus: Der Sänger hat brav seinen Dienst verrichtet - und zwar vom Fotograben aus, in Ermangelung an Körpergröße war dieser Fakt aber nur für die ersten paar Reihen zu erfassen.

Da die "RRR"-Scheibe mit ihren 50 Minuten Spielzeit keine abendfüllende Veranstaltung ist, gibt es nach dem finalen Blutstropfen in "Friday" noch weitere Highlights on top - "Other Side Of The River", "Day He Died", "Weeds", "I Regret" und "Lost At 22" runden den Abend ab - und irgendjemand wird am Ende auch Herrn Caputo wieder aus dem Fotograben geholfen haben.

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Foto: Eknad Naest

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CD-Review: Field Music - Field Music (Measure)

Field Music - Field Music (Measure)

Für ein Projekt, das erst seit 2004 existiert und das aus dem Dunstkreis der sehr heutigen Bands The Futureheads und Maximo Park entstand, klingt das aktuelle Werk von David und Peter Brewis' "Field Music" unglaublich antiquiert. Antiquiert im besten Sinne allerdings.

Schon bei den vorangegangenen CDs der Band war das Urteil "Indie Rock" extrem unzureichend und verkürzt, aber bei dem 72-minütigen Werk "Field Music (Measure)" verbietet sich definitiv jede Form der Schubladisierung. Auf dem ernorm erwachsenen Album zitieren sich die Brewis Brüder durch die halbe Musikgeschichte von der Mitte der 70er bis heute.

"Effortlessly" schaut mal kurz bei Yes' "Owner Of A Lonely Heart" rein, "Them That Do Nothing", könnte auch aus der Feder von McCartney stammen und das großartige "The Rest Is Noise" klingt wie ein gemeinsames Werk von Steely Dan, Queen und Styx. Bei anderen Stücken standen hier und da sicher auch Bowie, Zeppelin oder Prince gedanklich Pate. Die Band funkt, rockt, jazzt, schwelgt, lässt Songs Zeit sich episch zu enfalten, scheut sich nicht vor ausgedehnten Parts, greift auch mal zu ungewöhnlichen Instrumenten und lässt Stücke unmerklich ineinander fließen. Während fast jedem der 20 durchweg überzeugenden Stücke erwischt sich der Zuhörer bei einem anderen "Das klingt wie, na - wie hießen die noch gleich ...?"-Gedanken, ohne dass Field Music dabei je ihre eigene Identiät aufgeben würden.

Wäre da nicht der klare Sound einer modernen Produktion, man könnte meinen, ein Juwel aus längst vergangenen Zeiten in Händen zu halten. Sehr groß.

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CD-Review: Kong - What It Seems Is What You Get

Kong - What it seems is what you get

Irgendwann Mitte der 90er wurden die Niederländer in der Rock- und Metalpresse mal als das ganz große Ding gepriesen. Aber funktioniert der quadrophonische Instrumental-Industral fast zehn Jahre nach Auflösung der Band heute noch genauso?

Die Antwort muss leider heißen: Irgendwie nicht. Von der Original-Besetzung ist nur noch Bassist und Sample-Meister Mark Drillich übriggeblieben, und der hat sich für die übrigen drei Ecken des Probenraums neue Leute zusammengesucht. An deren musikalischem Können wird es nicht liegen, dass WISIWYG nicht so zündet wie frühere Meisterwerke, aber irgendwie scheint doch ein wenig die Inspiration zu fehlen.

Waren Kong auf "Phlegm", "Earmined" oder "Freakcontrol" noch innovative Pfadfinder neuer muskalischer Wege, so haben sie jetzt wohl den Kompass verloren und laufen dem eigenen Schatten der Vergangenheit etwas ziellos hinterher. Nicht, dass die Platte wirklich schlecht wäre. Der Opener "On The Contrary" groovt gleich ganz amtlich drauflos und auch "Tenfold Right" kommt zum Beispiel mit prima tanzbaren Rythmen um die Ecke, aber die ein oder andere Sample-Idee hat man dann doch schon etwas zu oft gehört und auch die Melodien, die Kong früher trotz Gesangsverzicht zaubern konnte bleiben leider meist aus.

Früheren Fans des Quartetts sei das Album dennoch ans Herz gelegt. Wer Kong noch nicht kennt, der greife bitte lieber zu einem der ersten sechs Alben.

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CD-Review: Kong - Snake Magnet

Kong - Snake Magnet

Warum sich diese Band ihren Namen nicht zweimal überlegt, wird ein ewiges Rätsel bleiben. Entweder sie wussten nichts von der Existenz der niederländischen Quadrophoniker oder sie hatten nicht damit gerechnet, dass diese sich noch einmal zusammenraufen würden.

Dass Letzteres ausgerechnet in dem Jahr geschieht, in dem die Namensvettern aus Manchester ihr zweites Album auf den Markt werfen, ist natürlich mehr als unglücklich ...

Richtig verwirrend wird es dann beim ersten Durchlauf von "Snake Magnet", denn auch musikalisch sind Kong (UK) gar nicht mal so weit von Kong (NL) entfernt - aber spätestens beim Gesang wird klar: Das können nicht die Vier-Ecken-Holländer sein, denn bei denen gibt es keinen Gesang. Der Dreier aus Englands Norden macht ordentlich Postcore-Alarm mit viel Gefrickel und Gebrüll.

Manchmal möchte man einfach nur ausschalten, manchmal möchte man wissen, wie der disharmonische Wahnsinn weitergeht. Hinter dem lärmenden Trio stecken mit Steven Hodson and Mark Heron zwei Drittel "Oceansize", die scheinbar bei ihrem gemäßigten Progrock-Brötchgengeber nicht genug Gas geben können. Das können Sie bei Kong ausgiebigst. Freunde von Fugazi, Mars Volta oder Dillinger Escape Plan sollten mal ein Ohr riskieren.

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Konzert-Review: Alberta Cross im Zakk Düsseldorf

Alberta Cross live in Düsseldorf 2010 - 3

Im Zakk-Club haben es sich vielleicht 300 Leute kuschelig gemacht, als Petter Ericson Stakee mit tief ins Gesicht gezogenem Schlapphut auf die Bühen schlurft, kurz freundlich grüßt, das Arbeitsgerät umhängt und Alberta Cross mit "Song Three Blues" gleich einen der besten Songs des Albums "Broken Side of Time" anstimmen.

Die Stimmung ist gut im kleinen Zakk - nicht ausgelassen, aber jeder weiß den Moment zu schätzen. Denn wenn Albert Cross alles richtig machen, dann könnten Sie nach ihrem gefeierten Full-Length-Debüt schon bald den Weg von Kings Of Leon einschlagen, heißt: Die Konzerte in kleinen Clubs dürften rar werden. Was enorm schade wäre, denn trotz des wummerig dröhnenden Sounds bietet das Quintett aus New York an diesem Abend einen unheimlich intensiven Auftritt.

Natürlich steht das aktuelle Album im Fokus des Konzertes, wird aber mit ein paar Songs von der E.P. "The Thief & The Heartbreaker" garniert. Dabei zeigt sich, dass auch vermeintlich eher durchschnittliche Songs des Debüts aus dem Jahr 2007 es live ganz schön in sich haben - "The Devil's All You Ever Had" etwa entwickelt sich zu einem echten Ohrwurm. Obwohl die Bühne keinen besonders großen Aktionsradius zulässt und die Band zwischen den Stücken nicht gerade als geschwätzig bezeichnet werden kann, kommt im Laufe des rund 75-minütigen Auftritts vor und auf der Bühne richtig gute Laune auf, was angesichts der teilweise recht schwermütigen Stücke nicht selbstverständlich ist.

Richtig eindringlich sind vor allem ruhigere Songs wie "City Walls" oder "Ghost Of City Life", bei denen Petter Ericson Stakee seine seltsame Stimme und das zum Teil schon übertriebene Vibrato mit der besonderen Atmosphäre des kleinen Clubs multiplizieren kann. Die härteren Nummern wie "ATX" haben natürlich auch ihren Reiz, leiden aber ein wenig am Sound.

Den Knaller haben sich Alberta Cross allerdings bis zur Zugabe aufbewahrt: "Rise From The Shadows" ist schon als Studio-Track wahrlich keine schlechtes Stück, aber hier und an diesem Abend wird er zur absoluten Gänsehautnummer. Oben drauf gibt es zum Abschluss dann noch den Titeltrack des Albums, und spätestens jetzt ist jeder glücklich, denn kein Song von besagter Platte blieb ungespielt.

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Weitere Bilder zu diesem Thema in der Galerie "Alberta Cross"

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CD-Review: I am Kloot - B Album

I am Kloot - B Album

Mit "I am Kloot" ist das so ein Sache. Entweder man ist alles verschlingender Fan des Trios aus Manchester oder man findet den spärlich instrumentierten Indie-Rock einfach nur zum Gähnen. Eine Kollektion mit unveröffentlichen Songs, Demos und B-Seiten treibt diese Extreme natürlich noch auf die Spitze: Die Fans lecken sich die Finger nach dem raren Material, und der Rest fällt das Urteil schon vorab: Auf der B-Seite von "Gähn" kann nur "Schnarch" sein.

Naja, so ist es nun wirklich nicht. Immerhin bietet die Platte einen ungewöhnlichen Überblick über das bisherige Schaffen der drei Männer, die sich vor über zehn Jahren in einem Live-Club kennengerlernt haben. Angefangen von der ersten Single "Titanic" über einen Remix von "Gods and Monsters" bis zur Demo-Version des Hits "Over my Shoulder" und einer französischen Version des Single-Erfolgs "Twisted" zeigen die 30 Songs dieser Doppel-CD eindrucksvoll, welches künstlerische Potenzial in dem Trio aus Nord-England steckt und macht die Platte damit keineswegs nur für eingefleischte Fans interessant.

Und dank der zehn komplett neuen Stücke, die das Album an Bord hat, können sich auch letztere nicht nur an alt bewährtem Material erfreuen, sondern bestens die Zeit  überbrücken bis zum Erscheinen des wahrscheinlich "The sky at night" betitelten neuen Studio-Albums im Spätsommer 2010.

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2009: Ein musikalischer Reste-Rückblick

Gavin Hayes live in der Zeche Bochum (16. Juni 2009)

So, nachdem ich ewig lange nichts mehr geschrieben habe, kommt auf den letzten Drücker nun doch noch was. Und wie sollte es anders ein - es geht mal wieder um Musik, und zwar um das was ich während der letzten 364 Tage ohrentechnisch wichtig fand. Wen das interessiert, der möge weiterlesen.

Dankenswerterweise hat Henning mich auf diversen GetAddicted-Treffen massiv bearbeitet mir doch mal was von Biffy Clyro anzuhören. An einem Tag, an dem meine Altermilde größer war als mein Altersstarrsinn, tat ich es - trotz des blöden Bandnamens. Umgehend überzeugt kaufte ich danach alles von den drei Schotten, was für Geld zu kriegen ist und finde natürlich auch das neue Album "Only Revolutions" grandios. Dass Konstantin die Band blöd findet bzw. ihr Werk "Studentenmusik" nennt, ist für eingeweihte Kreise so etwas wie das Präsikat "besonders wertvoll". Eine mittlere Katastrophe war übrigens, dass das BC-Konzert in der Zeche Bochum erst von November auf Dezember verschoben, dann vom Schneefall verhindert wurde und nun hoffentlich im Februar 2010 stattfinden wird.

Nicht so überraschend wie Biffy Clyro aber dennoch grandios waren mal wieder die Jungs von Dredg. Während die neue Platte erst mittelfrsitig richtig zündete, waren die Kalifornier live wieder der Oberknaller. Live ebenfalls mehr als empfehlenswert: Alice in Chains. Nach dem "Ach die gibt's wieder?"-Effekt wurden neuer Sänger und neue Platte sofort ins Herz geschlossen. Dass das ganze dann auch live noch so ein Hammer ist - was will man mehr?

Etwas enttäuschend: Heather Nova live. Die Stimme bezauberte wie eh und je, aber wenn ich mich daran erinnere vor einigen Jahren mit Konstantin am Fuße des Burgfrieds der Burg Altena der schönen Heather beim Einsingen gelauscht zu haben, dann ... hm ... dann war das irgendwie besser. Sängerinnentechnisch milde gestimmt hat mich aber 2009 die Cardigans-Heldin Nina Persson, die mit ihrem Side-Project "A Camp" sowohl eine neue Platte als auch ein pima Konzert im Kölner Luxor abgeliefert hat. Dass ich an dem Abend während des Vorprogramms minutenlang neben der Schwedin stand, ohne es zu merken - Schwamm drüber.

Das beste Konzert im vergangenen Jahr lieferten für mich allerdings die Kings of Leon beim 1Live-Radiokonzert im Gloria-Theater ab. Viel zu kurz aber ganz nah dran. Perfekt.

Hier meine Top-5-Listen 2009

Top 5 Alben

  1. Alice in Chains - Back gives way to blue
  2. Biffy Clyro - Only Revolutions
  3. The Thermals - Now we can see
  4. Placebo - Battle for the sun
  5. Lamb of God - Wrath
Top 5 Songs
  1. Biffy Clyro - Shock Shock
  2. Dredg - Ireland
  3. Steven Wilson - Significant Other
  4. Jupiter Jones - Das Jahr in dem ich schlief
  5. The Thermals - How we fade
Top 5 Konzerte
  1. Kings of Leon - Gloria Köln
  2. Dredg - Zeche Bochum
  3. Alice in Chain - FZW Dortmund
  4. A Camp - Luxor Köln
  5. Hellsongs - Bochum Total

Wie das so ist, blieben auch dieses Jahr wieder ein paar Platten unrezensiert, was ich hiermit in Kurzform nachholen möchte:

Last One Dying - The Hour Of Lead

Auch wenn Ex-Venom-Bolzer "Mantas" bei einem Song mitmacht: Es ist und bleibt Lärm, der nach spätestens zwei Songs nur noch nervt. Das gleiche gilt auch für:

August Burns Red - Constellations

BallerBallerGrunzGrunzRöchelRöchel. Irgendwie bin ich zu alt für sowas, wenn es nicht Opeth oder Lamb of God heißt. Verschenke daher zwei abwaschbare Bierdeckel an Selbstabholer.

Thin Lizzy - Still Dangerous (live)

Mal angenommen Sänger und Bassist Phil Lynott wäre nicht im legendenbildenden Alter verstorben, ich prophezeie mal ganz kühn von Thin Lizzy wäre außer "Boys are back in town" nicht viel übrig geblieben. Einen anderen Schluss lässt die vermutlich 53. posthume Veröffentlichung der immer noch und inzwischen ohne Originalmitglied tourenden Band nicht zu. Langweiliger Durchschnittsrock mit immergleichen Ideen.

Rokkoko - Alte Straßen, neue Wege

Klingt irgendwie nach "Tele", was kein Lob ist. Konstantin würde sagen "Studentenmusik". Diesmal zurecht. Trotzdem sind zwei, drei nette Songs auf der selbstproduzierten 6-Song-EP. Mit dem richtigen Kontakt zu den richtigen Leuten könnte das was werden.

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