Konzert-Review: Alberta Cross im Zakk Düsseldorf

Im Zakk-Club haben es sich vielleicht 300 Leute kuschelig gemacht, als Petter Ericson Stakee mit tief ins Gesicht gezogenem Schlapphut auf die Bühen schlurft, kurz freundlich grüßt, das Arbeitsgerät umhängt und Alberta Cross mit "Song Three Blues" gleich einen der besten Songs des Albums "Broken Side of Time" anstimmen.
Die Stimmung ist gut im kleinen Zakk - nicht ausgelassen, aber jeder weiß den Moment zu schätzen. Denn wenn Albert Cross alles richtig machen, dann könnten Sie nach ihrem gefeierten Full-Length-Debüt schon bald den Weg von Kings Of Leon einschlagen, heißt: Die Konzerte in kleinen Clubs dürften rar werden. Was enorm schade wäre, denn trotz des wummerig dröhnenden Sounds bietet das Quintett aus New York an diesem Abend einen unheimlich intensiven Auftritt.
Natürlich steht das aktuelle Album im Fokus des Konzertes, wird aber mit ein paar Songs von der E.P. "The Thief & The Heartbreaker" garniert. Dabei zeigt sich, dass auch vermeintlich eher durchschnittliche Songs des Debüts aus dem Jahr 2007 es live ganz schön in sich haben - "The Devil's All You Ever Had" etwa entwickelt sich zu einem echten Ohrwurm. Obwohl die Bühne keinen besonders großen Aktionsradius zulässt und die Band zwischen den Stücken nicht gerade als geschwätzig bezeichnet werden kann, kommt im Laufe des rund 75-minütigen Auftritts vor und auf der Bühne richtig gute Laune auf, was angesichts der teilweise recht schwermütigen Stücke nicht selbstverständlich ist.
Richtig eindringlich sind vor allem ruhigere Songs wie "City Walls" oder "Ghost Of City Life", bei denen Petter Ericson Stakee seine seltsame Stimme und das zum Teil schon übertriebene Vibrato mit der besonderen Atmosphäre des kleinen Clubs multiplizieren kann. Die härteren Nummern wie "ATX" haben natürlich auch ihren Reiz, leiden aber ein wenig am Sound.
Den Knaller haben sich Alberta Cross allerdings bis zur Zugabe aufbewahrt: "Rise From The Shadows" ist schon als Studio-Track wahrlich keine schlechtes Stück, aber hier und an diesem Abend wird er zur absoluten Gänsehautnummer. Oben drauf gibt es zum Abschluss dann noch den Titeltrack des Albums, und spätestens jetzt ist jeder glücklich, denn kein Song von besagter Platte blieb ungespielt.
Dieses Review wurde übrigens für GetAddicted verfasst.













