CD-Review: Oceansize - Frames

Wenn man als Rezensent bei einer Band geneigt ist, die Schublade mit der Aufschrift "Progrock" zu öffnen, dann gibt es dafür ein paar sehr leicht zu überrpüfende Kriterien.
- Sämtliche Musiker beherrschen Ihre Instrumente über die Maßen gut und lassen keine Gelegenheit aus dies vorzuführen. Vor allem beim Schlagzeuger ist das aufgrund akuten Mangels an einfachen 4/4- oder 6/8-Takten zu erkennen.
- Die Songs erreichen meist eine absolut radiountaugliche Länge, überschreiten bisweilen die Zehn-Minuten-Marke und gehen auch mal unmerklich ineinander über.
- Die komplette CD ist mit einem epischen Keyboard-Teppich unterlegt.
- Auf gängige Songstrukturen oder Refrains wird bisweilen zugunsten von ausgedehnten Instrumentalparts verzichtet.
- Das Publikum ist vorwiegend männlich, trägt die Brille rund und die Arme verschränkt.
Soweit die Klischees, die die Engländer Oceansize mit ihrem aktuellen Album "Frames" mühelos erfüllen. Sicherlich kein schlechtes Album. Perfekt gespielte und überlegt arrangierte acht Songs mit einer Gesamtlänge von knapp 70 Minuten. Aber irgendwie ist es wie beim FC Bayern. Sie machen alles richtig, erlauben sich keine Verspieler und trotzdem fehlt etwas. Die Seele.
Anspieltipp:
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Das Review wurde übrigens auch bei GetAddicted veröffentlicht.
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