Dialog zwischen Vater und Sohn

Jacob und Frosch

Kurz vor dem sonst stets scheiternden Zu-Bett-Geh-Ritual packt Jacob seinen Erziehungsberechtigten am Zeigefinger und zerrt ihn freiwillig Richtung Wickeltisch. Der Grund für diese ungewöhnliche Maßnahme offenbart sich relativ umgehend und ist vor allem olfaktorischer Natur. Jacob hat - wie wir es gelegentlich nennen - einen "Stinker" in der Hose und der scheint so penetrant zu sein, dass der Filius ihn freiwillig entfernt haben will.

Da die Stinkerbeauftragte nicht greifbar ist, muss ich das selbst in die Hand nehmen, bin aber schon nach dem Öffnen von Jacobs Hose gezwungen erste Würgreize zu unterdrücken. Wie kann so ein netter Zwerg so einen bestialischen Gestank erzeugen? "Was hast Du da bloß drin?", frag ich mehr oder weniger rhetorisch. Jacobs freudestrahlende Antwort lautet: "A-A." Achwas ...

Aus Pietätsgründen spare ich mir die Beschreibung des Windelinhalts, müsste aber diverse Superlative überstrapazieren und wünsche mir dringend längere Arme.

Vater: "Gott! Was hast Du gegessen?"
Jacob: "Mia!"

(Anm. d. Verf.: Mia ist die Tochter eines gewissen Till, der garantiert weiter unten seinen Kommentar hierzu abgeben wird.)

Vater: "Kein Wunder dass das so stinkt. Und wie hat Mia geschmeckt?"
Jacob: "Hmmmmm. Mia."
Vater: "Lass das den Till nicht hören, dass Du die lecker findest. Das gibt nur Stress ..."
Jacob: "Papi?! Bu!"
Vater: "Jaja, ich mach hier erstmal sauber und dann können wir noch ein Buch angucken. Außerdem hast Du Deine Milch noch gar nicht gekriegt."
Jacob: "Mi!"
Vater: "Ja, Du kriegst die Milch gleich."

Jacob dreht seine Beine immer dann, wenn der Klebestreifen der neuen Windel gerade perfekten Halt haben könnte über die Arme des Windelsklaven, so dass alle Arbeit umsonst war.

Vater: "Jetzt nerv nicht. Ich krieg die Windel nicht zu, wenn Du die ganze Zeit so einen Tanz mit deinen Beinen machst."
Jacob: "Mi!"
Jacob: "Mi!"
Jacob: "Mia!"
Jacob: "Mi!"
Jacob: "Miiiiiii!"
Vater: "Grrrr!"
Jacob: "Grrrr!"

Schweigen.

Jacob: "Mi!"

Irgendwie gelingt es mir, die Windel einigermaßen akzeptabel zu montieren, Jacob seine Mi(lch) warm zu machen, und nach deren Verzehr schaffe ich es sogar, die Zahnbürste in die Nähe seiner vier Zähne zu manövrieren. Während wir im Anschluss ein Bu(ch) angucken, werden Jacobs Augen sichtbar schwerer und er merkt an: "Papa!?! Mü!" - Das lustige Silbenraten bringt mich zur Annahme, dass er müde ist, und ich lege ihn ins Bett. Falsch. Das Kind brüllt.

Vater: "Was ist denn? Willst Du noch was trinken?"
Kopfschütteln.
Vater: "Du bist doch müde ..."
Nicken.
Vater: "Hm. Mal sehen ... Dein Eisbär ist da, dein Frosch ist da, deine Schnuller hast Du, deine Spieluhr habe ich aufgezogen ... Was ist denn los?"
Schnüffeln.
Vater: "Riecht was? Hast Du schon wieder einen Stinker gemacht?"
Kopfschütteln. Schnüffeln.

Vater: "Ich komm' nicht drauf."
Schnüffeln.
Vater: "Schnuller eins. Schnuller zwei. Eisbär. Frosch. Spieluhr. Aaaah , ich hab's. Hasen schnüffeln. Dein Hase fehlt noch!"
Erleichtertes Nicken.

Minuten später schläft Jacob selig. Der Vater sinkt erschöpft in die Couchkissen und ist froh, dass er am nächsten Tag wieder zur Arbeit fahren darf.

Weitere Bilder zu diesem Thema in der Galerie "Jacob"

Kommentar von Till

Jaha.... und ob ich dazu was schreibe... :)
öhm
Mia isst ihren "Apu" (nein, nicht der Inder aus Springfield sondern Jacob auf miaisch) zwar nicht... aber sie erzählt den ganzen Tag "Apu Arz". Hm. Ich finde, Ihr solltet ihn endlich schnell wieder impfen lassen, damit wir endlich sagen können: "Ja Mia, Apu WAR beim Arzt!". Vielleicht kann sie dann besser schlafen ;)
Obwohl... heute morgen habe ich sie gefragt, wovon sie geträumt hat. "Foss. Bebi mia hand". Zur Erklärung: ich habe Mia gestern im Wiesental einen Minifrosch auf die Hand gesetzt und die hat vor Vergnügen das ganze Tal zusammengequitsch....

Kommentare



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